Preise für Hochzeitsfotografen

Patrick Engel, ein Kollege aus NRW hat es sehr gut auf den Punkt gebracht:

Wie viel kostet ein Hochzeitsfotograf für eine Ganztagesreportage? Warum ist das oft so teuer?

Manchmal sieht man einfach nur die Zahl und die Anzahl der Stunden und rechnet runter. Das ist aber falsch. Die Anzahl der (anwesenden) Stunden ist nur ein kleiner Teil des Eisbergs und um die Leistung eines Hochzeitsfotografen für Paare transparenter zu machen, möchten wir Euch gerne beispielhaft darstellen, wie die Preise für Hochzeitsreportagen (in diesem Beispiel eine 10 Stunden Reportage) zustandekommen. Bitte nehmt nicht jedes Wort so ernst und legt nicht jede Bemessung auf die Waagschale. Das sind Durchschnittswerte aus meinem Erfahrungsschatz.

Eine Hochzeitsreportage für 10 Stunden an einem Wochenende für beispielsweise 2.300€

Welcher Arbeitsaufwand steht hinter einer Reportage – also zusätzlich zur Präsenzzeit (es handelt sich um Durchschnittswerte!)?

  • 1 Stunde Mailverkehr nach der Anfrage. Es folgen Telefonate mit euch & Terminsuche für das Vorgespräch und Check der Verfügbarkeiten
  • 1-2 Stunden Vorgespräch
  • 0,5 Stunde für Angebotserstellung, Buchung, Auftragsbestätigung & Hochzeitsvertrag
  • 3 Stunden das Engagement Shooting (vergesst nicht An- und Abfahrt)
  • 2 Stunden für die Bearbeitung der Bilder des Engagement Shootings & Bereitstellung in einer Galerie
  • 1 Stunde für einen Locationcheck
  • 2 Stunden An- und Abfahrt zu eurer Hochzeit
  • 10 Stunden Hochzeitsreportage am Hochzeitstag 
  • 5 Stunden durchforsten und hochladen hunderter Fotos, Backups & Selektion
  • 20 Stunden Bearbeitung der selektierten Fotos
  • 2 Stunden für das Hochladen der Daten auf USB-Stick, Verpackung dafür vorbereiten und auch vorher überlegen, eine Online Galerie für euch erstellen und dort die Bilder hochladen und die Rechnung fertig stellen.

Ergebnis: rund 48 Stunden Arbeit für 10 Stunden Hochzeitsreportage. Das ergibt einen Stundenlohn von ca. 48€ brutto.

Von diesem Stundenlohn von 48€ müsst ihr aber bedenken, dass wir auch noch Dinge kaufen und bezahlen müssen, so wie jeder andere Mensch, der arbeitet:

  1. Miete und Auto
  2. 2 performante Rechner zur Bildbearbeitung, 2 kalibrierte Monitore, 1 Backup-Server
  3. Software zur Bildbearbeitung
  4. Online Galerie (Dropbox oder Ähnliches)
  5. performancestarke PC´s, Monitore, Festplatten, USB Sticks,…
  6. Marketing und Werbung
  7. den Betrieb der Webseiten
  8. Abos, Fachliteratur, Workshops & Weiterbildung
  9. Versicherungen & Steuern
  10. hin und wieder mal einen kleinen Urlaub
  11. Kaffeevorräte 😉

Hobby Fotograf = schlechte Arbeit? Warum schwanken die Preise? Günstiger Fotograf für die Hochzeit?

Weil sie nicht immer alles im Hintergrund dazu rechnen, zusätzlich zur Hochzeitsfotografie noch andere Aufträge haben, oder nicht davon leben müssen. Viele Hochzeitsfotografen machen dies nebenberuflich, oft als Kleinunternehmer oder als Hobby, womit sie sich etwas dazuverdienen.  Manche können auch möglicherweise nicht rechnen und sind nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden, z.B. weil bei der ersten kaputten Kamera das Geld für eine Neue fehlt oder sie merken, dass sie für 10 Stunden Hochzeitsreportage tatsächlich fast 50 Stunden arbeiten müssen. Und manchmal entspricht ein niedriger Preis eben leider auch der abgelieferten Arbeitsqualität…

Verfasser des Textes: Patrick Engel (Wedding Photos – www.engelfotografie.com)